Hoch oben im Baum schaukelt es im Wind. Eine einsame Kohlmeise pickt ein Körnchen. Sie sitzt in einem von sechs neuen Futterhäuschen auf dem Schulgelände der Mittelschule Sonthofen.

Geplant und gebaut hat sie die Arbeitsgemeinschaft Umwelt im Rahmen des Ganztag-Angebots der Schule.

Im Unterricht rätselten die Sechstklässlerinnnen, warum auf dem Schulgelände kaum noch Vögel zu sehen sind. Gemeinsam mit Lehrer Matthias Tholl fanden sie heraus, dass es heute nur noch halb so viele Vögel wie vor 40 Jahren gibt. „Es sind fast keine Insekten mehr da“, weiß Fenja, „und die Vögel verhungern einfach“. „Und Beeren und Früchte gibt es im Winter auch keine“, so Diamante.

Die Idee: Wir bauen Futterhäuschen. Eine Bauanleitung fanden die Mädchen auf den Internetseiten des Naturschutzbundes (NABU). Technik-Lehrer Alf Knoch empfahl massives Fichtenholz und half beim Zuschnitt der Bauteile.

Die anschließende Behandlung mit ökologischem Hartöl war wichtig, aber mühsam: „Das hat so gestunken! Aber dadurch geht das Holz bei Regen, Schnee und Frost nicht so schnell kaputt“, erinnert sich Hannah.


Große Freude kam auf, als sich die Schrauben in die vorgebohrten Löcher drehten und die einzelnen Teile zusammengefügt endlich die Form eines Häuschens annahmen.


Abschließend schnitten die Schülerinnen mit einem Teppichmesser Teerpappe zu und nagelten sie als Wetterschutz auf die Dächer.
Im Schulhaus legte die Gruppe Beobachtungsstationen an. Aufwendig gestaltete Plakate zeigen dort heimische Singvögel.

Der Blick aus dem Fenster fällt auf die Futterhäuschen, wo sich die Vögel tummeln sollen.

Die Mädchen sorgen dafür, dass Blaumeise, Kleiber&Co darin stets genug Futter vorfinden.

Damit gestärkt gibt’s im Frühjahr hoffentlich zahlreichen Nachwuchs.
Die AG Umwelt schmiedet schon weitere Pläne: „Wir wollen Blumenwiesen an der Schule haben!“, sagen die Mädchen. So kommen hoffentlich die Insekten zurück. Und mit ihnen die Vögel.

Text und Fotos: Matthias Tholl